„111 Fragmente von Anton Kimpfler mit Er-Widarungen von Torben Maiwald“, so der Untertitel dieses Büchleins. „Erst nach vollbrachter Schreib- und 'Leidensarbeit' stiess ich als Bestätigung auf den
eindringlich-aphoristischen Ausspruch Rudolf Steiners, nach dem niemand Bücher schreiben sollte, der 'nicht Jammer und Leid durchgemacht hat' (GA 265a, S. 62).“ (S. 8, T.M.) Lauschen wir einigen
dieser Früchte eines überraschend zustandegekommenen Zusammenspiels:
11 – Gegenschöpferisch. Ein Negativling wird zu dem, was er anderen vorwirft. (A.K.) – Bei jemandem, der sich sonst geistig zu entwickeln versucht, wirkt das oft schlimmer. Denn das, was er an
anderen kritisiert, kann sich bei ihm selbst auf einer feineren, subtileren Ebene abspielen. Dadurch wird es schwieriger zu bemerken. (T.M.) (S. 23)
33 – Nicht aussen vor bleiben. Zuviel der Weltprobleme? So lange, bis ausreichend Einzelne anfangen, ihren Anteil daran abzutragen. (A.K.) – Vielleicht der goldene Schlüssel zur Umwendung alles auch
noch so erdrückenden Übels: Der Qualität nach schon jetzt das bringen – wenn auch im Allerkleinsten und äusserlich kaum bemerkt –, was einmal im Grossen dasein soll. Unterlasse ich dies, erreiche ich
das sogenannte Grosse niemals. (T.M.) (S.45)
39 Animalische Begleitung. Nicht: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Aber er hat eines oder mehrere. Doch ist eine hilfreiche oder sogar schützende Änderung möglich. (A.K.) – Ungute Tiere, die durch
Gewohnheit in uns wohnen, sanft zum Umzug bewegen. Oder besser sie durch bewusste, geschickte Einbindung zu nützlichen Mitbewohnern machen. (T.M., S. 51)
83 Befreiende Ganzheitlichkeit. Was ist Altern im besten Sinne? Endlich ein gesunder Ausgleich zwischen weiblichen, männlichen und kindlichen Qualitäten in sich. (A.K.) – Gelingt dies, wird man
eigentlich immer jünger. 'Alt' bezeichnet dann nur dasjenige, was dieses Jüngerwerden aufhält und behindert – es ist genau dies, was gerne sterben darf. (T.M., S. 95) Gerold Aregger, in:
Gegenwart 4-25